Mit den Bio-Landwirten gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln

Ja zur Spekulationsstop-Initiative

Am 28. Februar kommt die Initiative gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln zur Abstimmung. Sie verlangt ein Verbot der Finanzspekulation auf Lebensmittelpreise, während die Preisabsicherung an den Börsen für Händler und Produzenten weiterhin möglich bleiben soll.
In das breite Bündnis zur Unterstützung des Volksbegehrens reihen sich mit Bio Suisse auch die Bio-Landwirte ein, und das aus gutem Grund.

Als Sohn einer Biobauern-Familie kenne ich die Produktion und den Vertrieb von Nahrungsmitteln aus dem Hofalltag. So wird zum Beispiel im Spätherbst Weizen gesät, über das Jahr gepflegt, im Hochsommer gedroschen und an einen Müller oder eine Getreidesammelstelle verkauft. Der Preis kann zwar variieren, hält sich aber meist eine einem gewissen Rahmen. Grössere Produzenten können ihre zukünftigen Ernten bereits im Voraus an einen Händler verkaufen und sich so gegen Preisschwankungen absichern. Bis hierhin ist noch alles in Ordnung. Nun kommen aber die Banken und Spekulanten ins Spiel. In den vergangenen Jahren suchten sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise viele Spekulanten ein neues, profitables Betätigungsfeld und steckten Milliardenbeträge in die Spekulation auf Nahrungsmittelpreise. Diese Händler wetten auf die Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt und schaffen es mit allerlei Tricks, sogar bei fallenden Kursen noch Gewinne zu erzielen. Die Geldmenge, die in der Spekulation auf Nahrungsmittelpreise im Umlauf ist, ist mittlerweile ein Vielfaches von dem, was real an Nahrungsmitteln auf dem Markt vorhanden ist. Es ist ein separater Markt mit einer ganz eigenen Dynamik entstanden. Eine kleine Preisschwankung führt zu einem Investitionstrend und treibt die Preisspitzen in kurzer Zeit in die Höhe. Die Spiele der Spekulanten sorgen zeitweilig locker zu einer Verdoppelung der Nahrungsmittelpreise bei Verarbeitern und Konsumenten. Was uns in den westlichen Ländern nur wenig trifft, hat fatale Folgen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Millionen von Menschen können sich Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis oder Mais nicht mehr leisten und drohen zu verhungern. Der Einfluss von Grosskonzernen mit zunehmendem Landraub und Verhinderung der Selbstversorgung stürzt die Bauern der dritten Welt ins Elend und verstärkt den Hunger weltweit. Es werden mehr als genügend Nahrungsmittel produziert, nur können immer mehr Menschen sich diese nicht mehr leisten.
Deshalb ist es von höchster Dringlichkeit, der exzessiven Spekulation mit Nahrungsmitteln einen Riegel zu schieben und diese fahrlässige Art der Spekulation zu verbieten. Da gerade die Schweiz ein internationales Drehkreuz für die Spekulanten darstellt, sind wir hier an der Wurzel, um gegen den Hunger und das Elend vorzugehen. Ein breites Bündnis von linken Parteien, Hilfswerken, Kirchen und Landwirtschaftsverbänden setzt sich für ein Ja zur Spekulationsstop-Initiative ein.
Die Bio-Landwirte spielen hierbei eine wichtige Rolle, mit einer naturverbundenen und umweltschonenden Produktionsweise zeigen wir am praktischen Beispiel, wie Landwirtschaft funktionieren soll und kann. Um das Schweizer Stimmvolk von der Richtigkeit eines Verbotes der Spekulation mit Nahrungsmitteln zu überzeugen, ist der Einsatz jedes Biobauern und jeder Biobäuerin gefragt.
Wer einen Feldrand oder eine Scheiterbeige für Plakate zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich beim Kampagnen-Team zu melden. Wer die Kampagne finanziell unterstützen möchte, kann dies mit der aufgeführten Postkonto Nummer tun. Auch Leserbriefe sind ein gutes Mittel, um für ein Ja am 28. Februar zu werben.
Informationen, Werbematerial und Unterstützung gibt es bei der JUSO oder unter www.spekulationsstopp.ch

Beat Schenk, Vorstand Juso Thurgau

Kontakt: [email protected]
Spendenkonto: 61-906744-1

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