Die neue Linie

Juso Thurgau beschliesst die Urbarmachung des Kapitalismus als Mittel zur Erlangung des Sozialismus.

„Sozialismus entsteht nicht durch Masse und Klasse, sondern durch die Parteikasse“ – unter diesem Slogan versammelten sich die Delegierten der Jungpartei an der diesjährigen Osterkonferenz in Hugelshofen.

Nach einer ausgiebigen Debatte und zahlreichen Voten aus den verschiedenen Fraktionen innerhalb der Jungpartei beschloss die Juso Thurgau heute einstimmig die Einführung der neuen politischen Doktrin. Im Rahmen des zügellosen Kapitalismus wollen sich die Genossinnen und Genossen in Zukunft aktiv an die Finanz- und Aktienmärkte begeben, um das System Schritt für Schritt zu unterwandern, die monopolistische Marktdominanz zu erlangen und letzten Endes das System von oben herab zu verändern. „Die Kapitalisierung unserer Argumentation und die Nutzung des Marktes zur Verfolgung unserer Ziele ist schon lange eine Idee, die innerhalb der bewusstesten Kreise unserer Partei kursiert. Mit diesem finalen Schritt konnten wir die theoretische Klarheit erlangen und der Bewegung zu einer neuen, vielverheissenden Perspektive verhelfen“, sagt Beat Schenk, bisheriger Präsident und neuer CEO der Juso – Revolution durch Akkumulation – Gruppe. „Der Markt war immer unser Freund und die unsichtbare Hand tut ihr nötiges für das Wohlbefinden der Massen“ – Doppelt Alt-Präsident Flavio Brühwiler nach.
Ziel ist es gemäss dem neuen Parteiprogramm, sämtliches Parteikapital und den Grossteil des Privatvermögens der Parteimitglieder in wachstumsorientierte profitversprechende Branchen zu investieren und zu vervielfältigen. So sollen im Rahmen des freien Marktes immer grössere Teile der Wirtschaft unter die Kontrolle der Jungpartei gelangen. Letzten Endes führt diese Akkumulation und wirtschaftliche Dominanz zur Machtübernahme und schafft so die evidente Perspektive, den Sozialismus durch den Verwaltungsrat einsetzen zu lassen.

Schreibe einen Kommentar